Seine Passion war die Jugend
  11.05.2021 •     Kreis Hofgeismar , Presse


NACHRUF - Trauer um Espenauer Leichtathletik-Trainer Dieter Hirsch

Espenau - Die Leichtathleten im Kreis Hofgeismar trauern um Dieter Hirsch. Er verstarb am 2. Mai im Alter von 75 Jahren.

Seit er im Jahr 1978 nach Espenau gezogen war, hatte sich der damalige Bundesgrenzschutzbeamte unermüdlich für die Leichtathletik im Kreis Hofgeismar eingesetzt.

„Dieter Hirsch war ein Geschenk für die Leichtathletik, der sich mit hoher Fachkompetenz sofort in die Schüler- und Jugendleichtathletik eingearbeitet hat“, sagt sein langjähriger Weggefährte im Kreis, Rudi Steinbrecher. „Mit Dieter Hirsch verlieren wir als LG Reinhardswald einen immer umtriebigen und stets um das Wohl der Sportlerinnen und Sportler besorgten Leichtathleten“, ergänzt der LG R-Vorsitzende Joachim Plinke.

1979 gründete Hirsch die Leichtathletikabteilung im FSV Hohenkirchen und baute hier in den folgenden Jahren eines der wichtigsten Nachwuchszentren der LG Reinhardswald auf. Aus fünf Gründungsmitgliedern, darunter zwei seiner drei Töchter, wuchs die Leichtathletikabteilung bis zum Jahr 2020 auf 300 Sportler an. Über Jahre setzte er sich dafür ein, dass Hohenkirchen eine schnelle Kunststoffbahn erhält. Er stellte Anträge und knüpfte Verbindungen, bis die Gemeinde Espenau 1989 die Bahn baute und den Espenauer Leichtathleten hervorragende Trainingsbedingungen schuf. Auch nach dem Zusammenschluss des FSV Hohenkirchen mit dem SV Mönchehof zum SV Espenau setzte Hirsch seine erfolgreiche Nachwuchsarbeit fort.

Besonders tat er sich als Förderer des Mannschaftsgedankens in den jüngeren Altersklassen hervor und bildete federführend die LG R Teams für die Deutsche Schülermannschaftsmeisterschaft der U14 und U12. In seinem Keller führte Hirsch über Jahre einen Spikeverleih, um auch Kindern deren Eltern sich die Spezialschuhe nicht leisten konnten den Einstieg in den Sport zu ermöglichen.

Aus der breit angelegten Nachwuchsförderung erwuchsen einige Spitzenkönner. Zu den von ihm entdeckten und ans Leistungstraining herangeführten Topathleten zählten der Junioren-EM Teilnehmer über 3000 Meter Hindernis, Wurie Bah, die Dritte der Deutschen U23-Meisterschaften über 200 Meter, Janine Mackewitz, Hürdenläuferin Yvonne Zuschlag und der mehrfache DM-Medaillengewinner in der Seniorenklasse, Tim Reitz.

Die von ihm organisierten Bahneröffnungswettkämpfe am 1. Mai in Hohenkirchen waren über Jahre das größte Nachwuchssportfest der Region. Generationen von Athleten erinnern sich noch heute an die hervorragende Preisausstattung. Später etablierte er das Sommersportfest des SV Espenau als Nachfolgeveranstaltung. In den letzten Jahren hatte sich Hirsch als Trainer etwas zurückgezogen und das Tagesgeschäft an ein junges Übungsleiterteam übergeben. Doch als Organisator und Manager im Hintergrund war er immer noch unverzichtbar.

In seiner Aktivenzeit war Hirsch in der Juniorenklasse einer der erfolgreichsten Mittelstreckler in Nordrhein-Westfalen mit persönlichen Bestmarken von 1:53 Minuten über 800 Meter und 2:27 Minuten über 1000 Meter und so hing sein Herz auch als Trainer immer an den Ausdauerdisziplinen und hier besonders dem Crosslauf.

Sein Engagement als Trainer und Funktionär im SV Espenau wurde vom hessischen Leichtathletikverband mit der Verleihung verschiedener Auszeichnungen bis hin zur goldenen Ehrennadel im Jahr 2003 gewürdigt, 2018 erhielt er sogar die goldene Ehrennadel des Deutschen Leichtathletikverbandes.